Vorsorge

Frauenarztpraxis Lorenz HildburghausenDie vom gemeinsamen Bundesausschuss erarbeiteten und verbindlichen Richtlinien der Krebsfrüherkennung sehen bei Frauen jährliche Früherkennungsuntersuchungen vor. Dabei führt der Frauenarzt in Abhängigkeit vom Alter der Patientin folgende Untersuchungen durch:

ab 20. Lebensjahr:

  • jährlich einen Krebsvorsorgeabstrich (PAP-Abstrich)
  • im Anschluss eine Tastuntersuchung der Eierstöcke und der Gebärmutter

ab 30. Lebensjahr:

  • zusätzlich eine Tastuntersuchung der Brüste

ab 50. Lebensjahr:

  • zusätzlich eine Tastuntersuchung des Enddarms sowie einen Test auf Blut im Stuhl
  • Brustkrebs-Screening  (Mammografie in speziellen Zentren alle 2 Jahre bis zum vollendeten 70. Lebensjahr)

Früherkennungsuntersuchung auf Darmkrebs

Die gesetzlichen Bestimmungen sehen vom 50. – 55. Lebensjahr eine jährliche Tastuntersuchung des Enddarms vor. Logischerweisen können mit dem Finger nur Auffälligkeiten bis zu einer Tiefe von ca. 5-7 cm erfasst werden. Deshalb sehen die Krankenkassen zusätzlich einen Stuhltest vor, bei dem an 3 aufeinander folgenden Tagen Stuhlproben genommen werden. Der Stuhl wird auf Blutbeimengungen untersucht, die ein Indiz für Darmpolypen oder Darmkrebs sein können. In den Tagen davor sollte jedoch kein rohes Fleisch oder Vitamin C aufgenommen werden, da diese das Ergebnis verfälschen können. Dieser Test entdeckt etwa 25% aller Darmkrebse.

ThinPrep (Dünnschichtzytologie)

Der Abstrich zur Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung wird üblicherweise mit einem Spatel und einer kleinen Bürste abgenommen und auf einem Objektträger ausgestrichen. Dabei kann es zu Schleimbeimengungen oder Überlagerung einzelner Zellen kommen. Ein neues, in vielen Ländern schon etabliertes Verfahren ist die Dünnschichtzytologie. Hierfür werden die Zellen zunächst in ein spezielles Nährmedium eingegeben und erst nach einer Reinigung von Blut- und Schleimbeimengungen auf einen Objektträger aufgebracht. Diese Abstriche sind sauberer und dadurch nach Meinung vieler Experten besser zu beurteilen.
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HPV-Abstrich

Bei auffälligen Befunden und auch im Zusammenhang mit Warzen am Gebärmutterhals (Kondylomen) als auch zur Abschätzung des jeweiligen Risikos für Gebärmutterhalskrebs können Abstriche zur Untersuchung auf HP-Viren (humane Papillomaviren) entnommen werden. Man weiß inzwischen, dass nahezu alle Krebse des Gebärmutterhalses von HP-Viren verursacht werden, die über einen Zeitraum von Monaten bis Jahren am Gebärmutterhals leben. Sofern also der HPV-Abstrich ein negatives Ergebnis für die Hochrisiko-Virustypen ergibt, ist das Risiko für Gebärmutterhalskrebs sehr gering. Dennoch sollten regelmäßige PAP-Abstriche erfolgen

Gebärmutterhalsabstrich

Bei dieser Untersuchung, auch PAP-Abstrich genannt, werden mittels eines Holzspatels vom äußeren Gebärmutterhals und mittels eines Bürstchens vom inneren Gebärmutterhals einige Zellen entnommen. Dieser Abstrich wird mindestens einmal jährlich durchgeführt. Bei Auffälligkeiten werden zunächst eine lokale Hormonanwendung und eine kurzfristige Kontrolle des Abstriches empfohlen. Bei Fortbestehen von Auffälligkeiten werden mithilfe eines Mikroskops Gewebeproben entnommen. Bei regelmäßiger Durchführung dieser Untersuchung kann man eigentlich jeden Krebs am Gebärmutterhals sehr frühzeitig erkennen, so dass er sehr gut behandelt werden kann.

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