Sowohl bei der Planung als auch während der Schwangerschaft ist der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen erhöht. Während sich der erhöhte Kalziumbedarf noch mit Milchprodukten decken lässt (z.B. 500 ml möglichst fettarme Milch), können die Mikronährstoffe Jod und Folsäure sowie weitere Vitamine meist nur unzureichend über die Nahrung zugeführt werden. Daher ist es sinnvoll, den Mehrbedarf durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auszugleichen, hierfür gibt es verschiedene auf die Bedürfnisse von Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren abgestimmte Präparate. Die ausreichende Zufuhr von Jod und Folsäure ist bereits bei Kinderwunsch besonders wichtig. Diese beiden Nährstoffe werden daher im folgenden Abschnitt besprochen. Zu den weiteren Nährstoffen in der Schwangerschaft lesen sie bitte in dem entsprechenden Kapitel weiter.

Jod
Die Kochsalzzufuhr sollte bei 6-8 g / Tag liegen, was unseren allgemeinen Ernährungsgewohnheiten entspricht. Die Verwendung von jodiertem Speisesalz deckt allerdings nur einen Teil des Jodbedarfs in der Schwangerschaft, weshalb zusätzlich 150 µg Jodid täglich eingenommen werden sollten, sofern keine Schilddrüsenerkrankung besteht. Eine gute Schilddrüsenfunktion ist für die Hirnentwicklung des Kindes wichtig.

Folsäure
Dass eine zusätzliche Folsäuregabe das Risiko eines kindlichen Neuralrohrdefektes verringern kann (einer unvollständig verschlossenen Wirbelsäule, im Volksmund auch „offener Rücken“ genannt), ist in vielen Studien belegt.
Wünscht sich eine Frau ein Kind, sollte sie mit der Folsäureeinnahme unbedingt mindestens 4 bis 8 Wochen vor der geplanten Schwangerschaft beginnen („Folsäure statt Pille“), da der Wirbelsäulenverschluss bereits am 28. Tag nach der Befruchtung stattfindet.

Folsäurehaltige Lebensmittel sind zum Beispiel: grünes Blattgemüse, wie Spinat und Salat, sowie Weißkohl, Tomaten, Hülsenfrüchte, Orangen, Vollkorngetreideprodukte

Empfohlen werden mindestens 400 µg bzw. nach neueren Untersuchungen in en ersten 12 Wochen der Schwangerschaft besser 600-800 µg Folsäure. Schwangere, die bereits ein Kind mit einem Neuralrohrdefekt geboren haben, sollten 4-5 mg täglich zu sich nehmen.

Während die ausreichende Zufuhr von Jod und Folsäure bereits vor der Schwangerschaft äußerst wichtig ist, sollte in der Schwangerschaft insbesondere auf die Zufuhr der nachfolgend aufgeführten Nährstoffe geachtet werden.

Eisen
Der Eisenbedarf ist in der Schwangerschaft erhöht, da der Fetus ebenfalls Eisen zum Aufbau des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) benötigt. Häufig kann dieser Bedarf nicht aus der Nahrung gedeckt werden, weshalb Schwangere spätestens in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft zusätzlich Eisen einnehmen sollten. Der Hämoglobinwert sollte möglichst immer mehr al 11 g/dl (bzw. 6,8 mmol/l) betragen.

Eisenhaltige Lebensmittel sind zum Beispiel: Vollkornbrot, Fleisch, Wurstwaren, grünes Gemüse wie Kohl, Spinat, Zucchini, Erbsen, Fenchel, Linsen, Bohnen, Getreide, Pilze und Beeren.

Omega-3-Fettsäuren (DHA)
Es gibt Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass Omega-3-Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann (so genannte essentielle Fettsäuren) die Entwicklung des zentralen Nervensystems positiv beeinflussen, die Neigung zur Frühgeburt vermindern und das Allergierisiko verringern.

Kinder von Frauen mit hohen DHA-Konzentrationen im Blut weisen eine bessere Augen-Hand-Koordination auf. Bei einer ausgewogenen Ernährung müssen diese Fettsäuren nicht zusätzlich eingenommen werden. Allerdings sollte zwei- bis dreimal pro Woche fetter Fisch (wie Lachs, Makrele und Sardinen) gegessen werden. Auch Lein- und Walnussöl haben einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Allerdings gibt es inzwischen verschiedene Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, die auch DHA enthalten.

Probiotika
Der Verzehr probiotischer Kulturen in Schwangerschaft und Stillzeit, wie sie z.B. in bestimmten Joghurts und auch in Nahrungssupplementen enthalten sind, können das spätere Allergierisiko des Kindes um die Hälfte reduzieren. Auch hier gibt es zunehmend Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln.